Interview zwischen Frank von AmateurTennis.tv und Andy vom TF24magazin. Wir haben es vor Ort getestet und ein Match zwischen mir und Frank aufgezeichnet.

Andy:
Frank, für alle, die dich noch nicht kennen – wie ist AmateurTennis.tv überhaupt entstanden?

Frank:
Ich bin leidenschaftlicher Hobbyspieler und habe schon immer gern Matches gegen Freunde und Mannschaftskollegen gefilmt – anfangs nur für die private Analyse. Irgendwann habe ich die ersten Videos 2020 auf YouTube hochgeladen, einfach aus Neugier. Die Reaktionen waren überraschend positiv. Viele haben geschrieben: „Endlich mal Amateur-Tennis-Matches!“ – da wusste ich, da steckt Potenzial drin.

Andy:
War das von Anfang an als großes Projekt gedacht?

Frank:
Überhaupt nicht. Anfangs war es ein Hobby, aber 2021 habe ich dann mein eigenes Turnier ins Leben gerufen – die AmateurTennis.tv Open. Da ist mir endgültig klar geworden, dass es in Deutschland fast keinen Content im Match-Format für Amateurtennis gibt. Also habe ich beschlossen, regelmäßig echte LK-Matches, Medenspiele und Turniere zu filmen und der Community zugänglich zu machen.


Andy:
Und die Spieler waren sofort dabei?

Frank:
Ja, total! Die fanden es klasse, dass ihre Matches nicht nur gefilmt, sondern auch geschnitten werden. Viele sagen: „Das motiviert mich, besser zu werden.“

Andy:
Wie sieht es heute aus – wie groß ist AmateurTennis.tv mittlerweile?

Frank:
Wir sind plattformübergreifend aktiv: YouTube, Instagram, TikTok und Facebook. YouTube hat über 3.800 Abonnenten, Instagram über 3.700, TikTok über 1.700 und Facebook über 2.800. Jeden Tag kommen neue Follower dazu. Insgesamt haben wir schon mehr als 130 komplette Amateurmatches veröffentlicht, über 20 Highlight-Videos und über 500 Shorts. Auf YouTube gibt’s wöchentlich ein bis zwei ganze Matches oder Highlights, und täglich einen Short oder Reel auf allen Plattformen.

Andy:
Das klingt nach einer Menge Arbeit.

Frank:
Das ist es auch. Aber es macht Spaß – vor allem bei unserem Turnierformat, den AmateurTennis.tv Open. 2025 findet es schon zum vierten Mal statt. Wir spielen im 16er-KO-System mit Nebenrunde, filmen jedes Match, schneiden es und stellen es online. Die besten Ballwechsel landen dann als Highlights auf allen Kanälen. Dazu gibt’s Sponsoren, Preisgeld, und vielleicht erweitern wir das Feld bald auf 32 Spieler.

Andy:
Ich habe gehört, du hast sogar eigene Technik entwickelt?

Frank:
Stimmt. Mit meinem Bruder habe ich eine Software entwickelt – scoreboardmaker.com – mit der wir Tennis-Matches schneiden, Highlights erstellen und Punkte tracken können. Außerdem habe ich eine spezielle Kamerahalterung gebaut, die man einfach in den Zaun hängt.

Andy:
Wie reagiert die Community auf die Videos?

Frank:
Sehr positiv – und oft auch sehr diskussionsfreudig (lacht). Das Thema LK ist immer heiß. Manche schreiben: „Der Spieler ist niemals LK 10, bei uns maximal LK 20.“ Und viele überschätzen ihre eigene Leistung, bis sie sich mal auf Video gesehen haben. Da merkt man: Ballwechsel sind oft kurz, das Tempo niedriger, die Technik nicht perfekt. Aber genau das ist spannend – man kann sich vergleichen und dazulernen. Für Tennis-Neueinsteiger ist es ein ehrlicher Einblick in den Sport.

Andy:
Und was ist deine Vision für die Zukunft?

Frank:
Ich will vom Hobbyprojekt zu einem nachhaltigen Tennis-Content-Kanal wachsen, der Amateurtennis eine echte Bühne gibt. Mehr Turniere filmen, vielleicht mit Verbänden oder beim DTB, mehr Matches aus unterschiedlichen Leistungsklassen posten, Social-Media-Formate ausbauen und Kooperationen mit Tennismarken starten.

Andy:
Was ist deine Botschaft an die Community?

Frank:
Amateurtennis ist spannend und verdient mehr Sichtbarkeit. Man muss kein Profi sein, um tolle Matches und Emotionen zu zeigen. Social Media kann den Vereinssport lebendiger machen – und jeder kann Teil davon sein.

Andy:
Vielen Dank für das Gespräch und den spannenden Schlagabtausch auf dem Platz.

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